Warum 20 m² nicht immer 20 m² sind.

Warum 20 m² nicht immer 20 m² sind.

Wer sich mit einer Infrarotheizung beschäftigt, stellt sich früher oder später die Frage:

„Wie viel Heizleistung benötigt mein Raum?“

Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Denn zwei Räume mit derselben Grundfläche können einen völlig unterschiedlichen Wärmebedarf haben.

Genau deshalb ist die Raumgröße zwar ein wichtiger Anhaltspunkt – für eine seriöse Planung allein reicht sie jedoch nicht aus.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht, warum zwei Räume mit identischer Grundfläche dennoch einen unterschiedlichen Wärmebedarf haben können.

Jeder Raum ist anders

Immer wieder wird versucht, den Wärmebedarf eines Raumes ausschließlich anhand der Quadratmeterzahl zu bestimmen. Das klingt einfach, wird den tatsächlichen Gegebenheiten eines Gebäudes jedoch in den meisten Fällen nicht gerecht.

Jeder Raum besitzt individuelle Eigenschaften, die den Wärmebedarf beeinflussen. Dazu zählen unter anderem:

  • die Gebäudehülle und Wärmedämmung,
  • die Anzahl der Außenwände,
  • die Größe und Qualität der Fenster,
  • die Raumhöhe,
  • die Lage des Raumes innerhalb des Gebäudes,
  • sowie die spätere Nutzung.

Erst das Zusammenspiel dieser Faktoren ermöglicht eine realistische Einschätzung der benötigten Heizleistung.

Ein Beispiel aus der Praxis

Nehmen wir zwei Wohnzimmer mit jeweils 20 m² Wohnfläche.

Das erste Wohnzimmer befindet sich in der Mitte des Gebäudes. Es verfügt über moderne Fenster, nur eine Außenwand und wird von beheizten Räumen umgeben.

Das zweite Wohnzimmer ist ebenfalls 20 m² groß, liegt jedoch an einer Gebäudeecke. Es besitzt zwei Außenwände, große Fensterflächen und darüber einen unbeheizten Dachboden.

Obwohl beide Räume gleich groß sind, wird der Wärmebedarf des zweiten Raumes deutlich höher sein.

Wer beide Räume mit derselben Heizleistung ausstattet, wird deshalb nicht zwangsläufig in beiden Räumen den gleichen Wohnkomfort erreichen.

Warum eine sorgfältige Planung entscheidend ist

Bei der Planung einer Infrarotheizung betrachten wir deshalb nicht nur die Gesamtfläche eines Hauses oder einer Wohnung.

Jeder Raum wird einzeln beurteilt.

Bereits kleine Unterschiede können den Wärmebedarf spürbar beeinflussen. Eine sorgfältige Planung hilft dabei, die Heizleistung an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen und sorgt dafür, dass jeder Raum angenehm temperiert werden kann.

Eine seriöse Planung beginnt deshalb nicht mit einer pauschalen Wattangabe pro Quadratmeter, sondern mit einer genauen Betrachtung des jeweiligen Raumes.

Unser Fazit

Die Quadratmeterzahl allein sagt noch nichts über die benötigte Heizleistung eines Raumes aus.

Nicht die Größe eines Raumes entscheidet über den Wärmebedarf, sondern seine baulichen Eigenschaften.

Eine individuelle Planung ist deshalb die Grundlage für eine effizient arbeitende Infrarotheizung.

Über den Autor

Thomas Heller beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Planung von Elektroheizungen, Elektrofußbodenheizungen und hochwertigen Infrarotheizungen. Sein Ziel ist es, technische Zusammenhänge verständlich und praxisnah zu erklären und Kunden dabei zu unterstützen, die passende Heizlösung für ihre Anforderungen zu finden.

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